2.10Personalvorsorge

TX Group ist in der Schweiz einer Reihe von leistungsorientierten Vorsorgepläne angeschlossen. Diese Pläne richten sich nach den gesetzlichen Anforderungen und werden von unabhängigen, rechtlich selbständigen Vorsorgeeinrichtungen verwaltet. Der Stiftungsrat als oberstes Führungsorgan dieser Vorsorge­einrichtungen setzt sich paritätisch aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern zusammen.

Die Planteilnehmer sind gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod versichert, wobei die Leistungen reglementarisch ausgehend von den geleisteten Beiträgen festgelegt sind. Die Beiträge an die Vorsorgeeinrichtungen werden vom Arbeitgeber je nach Vorsorgeplan mindestens zu 50% bis zu maximal 65% erbracht.

Die Vorsorgeeinrichtungen können ihr Finanzierungssystem (Beiträge und zukünftige Leistungen) ändern. Während der Dauer einer Unterdeckung, ermittelt nach den gesetzlichen Anforderungen in der Schweiz und sofern andere Massnahmen nicht zum Ziel führen, können die Vorsorgeeinrichtungen vom Arbeitgeber Sanierungsbeiträge erheben.

Alle versicherungstechnischen Risiken werden durch die Vorsorgeeinrichtungen getragen. Diese teilen sich in demografische und finanzielle Risiken auf und werden durch den Stiftungsrat regelmässig beurteilt. Für die Vermögensverwaltung ist ebenfalls der Stiftungsrat verantwortlich.

Die Verwaltung des Vorsorgevermögens hat zum Ziel, die Ansprüche der Versicherten mit den reglemen­tarischen Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern dauerhaft sicherzustellen. Dies geschieht unter Berücksichtigung von Aspekten der Sicherheit, marktgerechtem Ertrag der Anlagen, der Verteilung der Risiken, der Effizienz und der Sicherstellung des Bedarfs an flüssigen Mitteln.

Der nach anerkannten Regeln ermittelten Risikofähigkeit wird bei der Bestimmung der Anlagestrategie Rechnung getragen. Die Struktur des Vorsorgevermögens berücksichtigt insbesondere die Situation der Vorsorgeverbindlichkeiten unter Beachtung der tatsächlichen finanziellen Lage sowie die zu erwartenden Entwicklungen im Versichertenbestand. Dazu wird Vorsorgevermögen auf verschiedene Anlagekategorien, Märkte und Währungen verteilt, und es wird auf eine genügende Marktliquidität geachtet. Die angestrebte Rendite des Vorsorgevermögens wird im Rahmen der Risikofähigkeit festgelegt. Sie soll einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der Leistungsversprechen leisten.

Versicherungsmathematische Annahmen

in Prozent

2025

2024

Diskontierungssatz per 1. Januar

1.00

1.50

Diskontierungssatz per 31. Dezember

1.30

1.00

Zinssatz für die Hochrechnung des Altersguthabens

1.69

1.25

Erwartete Salärsteigerung

1.00

1.00

Sterblichkeitstafel

BVG2020 GT

BVG2020 GT

Datum der letzten versicherungstechnischen Berechnung

30.09.2025

30.09.2024

In der Bilanz erfasste Beträge

in Mio. CHF

2025

2024

Vorsorgeverbindlichkeiten per 31. Dezember

-1’344.2

-1’375.5

Vorsorgevermögen per 31. Dezember

1’780.0

1’717.4

Überdeckung / (Verbindlichkeit) per 31. Dezember

435.8

341.9

Anpassung Vermögensbegrenzung

-251.6

-107.5

Nettovorsorgevermögen / (Nettovorsorgeverbindlichkeiten) per 31. Dezember

184.2

234.4

davon Vorsorgeguthaben

202.8

258.2

davon Vorsorgeverbindlichkeiten

-18.6

-23.8

Im aktuellen Jahr resultiert eine Überdeckung in Höhe von rund 435.8 Mio. CHF, von der aber nur 184.2 Mio. CHF aktiviert werden können. Ende 2024 resultierte eine etwas tiefere Überdeckung von rund 341.9 Mio. CHF, von welcher 234.4 Mio. aktiviert werden konnten. Die Hauptursache für die Erhöhung der Überdeckung ist die gute Vermögensrendite im Jahr 2025. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere aktivierbare Betrag ergibt sich aus dem erhöhten Diskontierungsfaktor, welcher den maximal verfügbaren wirtschaftlichen Nutzen reduziert. Die Höhe des wirtschaftlichen Nutzens entspricht nach IFRIC 14 dem Barwert der Differenz zwischen dem laufenden Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers und den Arbeitgeberbeiträgen zuzüglich allfällig vorhandener Arbeitgeberbeitragsreserven.

In der Erfolgsrechnung erfasste Beträge

in Mio. CHF

2025

2024

Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers

-21.0

-22.2

Nachzuverrechnender (Dienstzeitaufwand) / -ertrag

0.1

2.8

Auswirkung Plankürzungen / -abgeltungen

1.1

4.0

Zinsaufwendungen Vorsorgeverbindlichkeiten

-13.6

-21.1

Zinsertrag auf Vorsorgevermögen

17.0

26.5

Zinsergebnis auf Vermögensbegrenzung

-1.1

-4.5

Administrationskosten (ohne Vermögensverwaltungskosten)

-0.7

-0.7

Weitere Effekte

-2.8

-14.5

Nettovorsorgeaufwand der Periode

-21.0

-29.7

davon Vorsorgeaufwand und Administrationskosten

-23.3

-30.6

davon Zinsergebnis auf Nettovorsorgevermögen / (Nettovorsorgeverbindlichkeiten)

2.3

0.9

Der nachzuverrechnende Dienstzeitertrag ist in beiden Jahren auf Reduktionen der Umwandlungssätze von verschiedenen Anschlussverträgen bei Sammelstiftungen zurückzuführen. Der Wert der Planabgeltungen bezieht sich auf Abflüsse, die durch den Austritt von Versicherten aus der Pensionskasse der TX Group im Zuge der Reorganisation von 20 Minuten und Goldbach Group entstanden sind. Da die Verzinsung jeweils auf dem Diskontierungssatz per Anfang des Geschäftsjahres berechnet wird, sind die Zinseffekte im Jahr 2025 zudem deutlich tiefer ausgefallen. Die weiteren Effekte betreffen die Neubildung von Abgrenzungen zur Finanzierung der Sozialpläne infolge der Reorganisation bei Tamedia und 20 Minuten.

Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge

in Mio. CHF

2025

2024

Versicherungsmathematische Gewinne / (Verluste) auf Vorsorgeverbindlichkeiten

-3.7

-78.5

Gewinne / (Verluste) auf Vorsorgevermögen ohne Zinserträge

93.6

68.8

Veränderung Vermögensbegrenzung ohne Zinsergebnis

-143.0

195.8

Weitere Effekte

5.3

Total

-47.7

186.1

Zusammensetzung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste)

in Mio. CHF

2025

2024

Finanzielle Annahmen

33.0

-68.4

Demografische Annahmen

7.7

Erfahrungsbedingte Anpassungen

-36.7

-17.8

Total

-3.7

-78.5

Wie im Jahr 2024 ergibt sich auch im aktuellen Berichtsjahr ein versicherungsmathematischer Verlust. Der Gewinn aus den Änderungen der finanziellen Annahmen ist vor allem auf das gestiegene Zinsniveau zurückzuführen, da sich der Diskontierungssatz gegenüber dem Vorjahr um rund 0.3% erhöht hat. Der Verlust aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen ist jedoch etwas höher als dieser Gewinn, sodass insgesamt ein versicherungsmathematischer Verlust auf den Vorsorgeverbindlichkeiten resultiert. Erfahrungsbedingte Anpassungen entstehen, weil sich der Versichertenbestand nicht wie zu Jahresbeginn angenommen entwickelt, beispielsweise durch Abweichungen bei Austritten, Sterbefällen, neuen Invaliditätsfällen oder Pensionierungen.

Entwicklung des Nettovorsorgevermögens

in Mio. CHF

2025

2024

Nettovorsorgevermögen / (-verbindlichkeiten) per 1. Januar

234.4

57.4

In der Erfolgsrechnung erfasster Aufwand

-21.0

-29.7

Im sonstigen Ergebnis erfasster Aufwand

-47.7

185.8

Arbeitgeberbeiträge

18.5

20.3

Veränderungen im Konsolidierungskreis

0.6

Nettovorsorgevermögen / (-verbindlichkeiten) per 31. Dezember

184.2

234.4

Entwicklung der Vorsorgeverbindlichkeiten

in Mio. CHF

2025

2024

Barwert per 1. Januar

-1’375.5

-1’448.5

Zinsaufwendungen

-13.6

-21.1

Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers

-21.0

-22.2

Arbeitnehmerbeiträge

-17.1

-18.9

Ausbezahlte Leistungen

68.3

114.1

Nachzuverrechnender (Dienstzeitaufwand) / -ertrag

0.1

2.8

Auswirkung Plankürzungen / -abgeltungen

19.0

96.2

Veränderungen im Konsolidierungskreis

1.4

Administrationskosten (ohne Vermögensverwaltungskosten)

-0.7

-0.7

Versicherungsmathematische Gewinne / (Verluste)

-3.7

-78.5

Barwert per 31. Dezember

-1’344.2

-1’375.5

davon Vorsorgeverbindlichkeiten Aktive

-561.0

-559.8

davon Vorsorgeverbindlichkeiten Rentenbezüger

-783.2

-815.7

Entwicklung des Vorsorgevermögens

in Mio. CHF

2025

2024

Marktwert per 1. Januar

1’717.4

1’804.7

Zinserträge auf Vorsorgevermögen

17.0

26.5

Arbeitgeberbeiträge

18.5

20.3

Arbeitnehmerbeiträge

17.1

18.9

Ausbezahlte Leistungen

-68.3

-114.1

Auswirkung Plankürzungen / -abgeltungen

-17.8

-92.2

Veränderungen im Konsolidierungskreis

-1.1

Weitere Effekte

2.5

-14.5

Gewinne / (Verluste) auf Vorsorgevermögen ohne Zinserträge

93.6

68.8

Marktwert per 31. Dezember

1’780.0

1’717.4

Aufteilung des Vorsorgevermögens

in Mio. CHF

2025

2024

Kotierte Marktwerte

Aktien

502.3

517.0

Obligationen

634.5

641.7

Immobilien

177.9

196.1

Andere

5.3

3.0

Total kotierte Marktwerte

1’320.0

1’357.7

Nicht kotierte Marktwerte

Flüssige Mittel

90.6

7.9

Immobilien

306.9

284.2

Andere

62.5

67.5

Total nicht kotierte Marktwerte

460.0

359.6

Total Vermögenswerte zum Marktwert

1’780.0

1’717.4

davon Aktien der TX Group AG

davon von Gruppengesellschaften genutzte Vermögenswerte

Erwartete Beiträge für das kommende Jahr

in Mio. CHF

2025

2024

Arbeitgeberbeiträge

17.8

17.9

Arbeitnehmerbeiträge

16.3

16.4

Fälligkeit der Vorsorgeverbindlichkeiten

in Jahren

2025

2024

Gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Vorsorgeverbindlichkeiten

11.1

11.4

Sensitivitätsanalyse

in Mio. CHF

2025

2024

Auswirkungen auf die Vorsorgeverbindlichkeiten per 31. Dezember bei

Reduktion des Diskontierungssatzes um 0.25%

37.8

39.9

Erhöhung des Diskontierungssatzes um 0.25%

-35.9

-37.8

Reduktion der Salärsteigerung um 0.25%

-2.6

-2.5

Erhöhung der Salärsteigerung um 0.25%

2.3

2.4

Erhöhung der Lebenserwartung um 1 Jahr

50.6

53.6

Reduktion der Lebenserwartung um 1 Jahr

-51.9

-54.6

Beiträge an beitragsorientierte Pläne

in Mio. CHF

2025

2024

Total

0.2

0.3

Verbindlichkeiten gegenüber Vorsorgeeinrichtungen

in Mio. CHF

2025

2024

Verbindlichkeiten gegenüber Vorsorgeeinrichtungen der TX Group

0.2

0.0

Verbindlichkeiten gegenüber anderen Vorsorgeeinrichtungen

1.2

1.2

Total

1.4

1.2

Wesentlicher Ermessensentscheid oder Schätzunsicherheit

Die Ermittlung der Personalvorsorgeverbindlichkeiten erfordert eine Schätzung der künftigen Dienst­leistungsperiode, der künftigen Lohn- und Rentenentwicklung, der Verzinsung des Sparguthabens, des Zeitpunkts der vertraglichen Leistungszahlungen und des Arbeitnehmeranteils an der Finanzierungslücke. Diese Bewertung berücksichtigt frühere Erfahrungen und erwartete künftige Trends.

Rechnungs­legungs­grund­sätze

TX Group ist sowohl beitragsorientierten wie auch bei leistungsorientierten Pensionsplänen angeschlossen. Die Personalvorsorge richtet sich mehrheitlich nach den Vorschriften und Gegebenheiten in der Schweiz. Die Mehrzahl der Mitarbeitenden ist in den autonomen Personalvorsorgeeinrichtungen der TX Group bezüglich Alter, Invalidität und Tod versichert. Die anderen Mitarbeitenden sind über Kollektivversicherungsverträge bei Versicherungsgesellschaften versichert. Die Beiträge der beruflichen Vorsorge werden durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemäss den gesetzlichen Vorschriften und den Bestimmungen der jeweiligen Reglemente geleistet.

Die Pensionspläne der deutschen und österreichischen Gesellschaften sind beitragsorientierte Pläne, bei denen Beiträge an öffentliche Pensionspläne entrichtet werden. Darüber hinaus bestehen keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden im Personalaufwand erfasst.

Die Vorsorgeverbindlichkeiten werden bei den – gemäss den Kriterien von IFRS – als «leistungsorientiert» definierten Plänen jedes Jahr durch einen unabhängigen Versicherungsexperten nach der «Projected Unit Credit»-Methode berechnet. Die Verbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Mittelflüsse. Das Vorsorgevermögen und die Planerträge werden jährlich ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort im sonstigen Ergebnis erfasst.

Ein wirtschaftlicher Nutzen resultiert, wenn das Unternehmen in Zukunft eine Beitragsreduktion realisieren kann. Der Betrag, der dem Unternehmen als zukünftige Beitragsreduktion zur Verfügung stehen soll, wird als Barwert der Differenz zwischen Dienstzeitaufwand und reglementarischen Beiträgen definiert und ist unter Berücksichtigung der Begrenzung gemäss IAS 19.64 zu aktivieren. Dabei werden auch die Auswirkungen von Arbeitgeberbeitragsreserven berücksichtigt.

Vom Vorsorgeaufwand werden der laufende und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand, Plan­abgeltungen usw. im Personalaufwand ausgewiesen, während der Zinserfolg im Finanzergebnis erfasst wird.

Für die leistungsorientierten Pläne wird die Unterdeckung in der Bilanz als Vorsorgeverbindlichkeit ausgewiesen. Zu deren Ermittlung wird der Barwert der Vorsorgeverbindlichkeiten dem Vermögen zu Marktwerten gegenübergestellt.

Die Berechnungen zur Ermittlung von Vorsorgevermögen, Vorsorgeverbindlichkeiten und Vorsorge­aufwand berücksichtigen langfristige versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungssatz, künftig erwartete Salärsteigerungen, Sterblichkeitsraten und künftig erwartete Rentenerhöhungen, die von den effektiven Ergebnissen abweichen können und einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Da die Pläne langfristig angelegt sind, sind diese Schätzungen unter dem Vorbehalt eines wesentlichen Unsicherheitsfaktors zu betrachten.

Beiträge an beitragsorientierte Pläne werden erfolgswirksam verbucht.